Weshalb wir Begegnungen brauchen, um klar zu sehen

18.2.2026

Ich habe mein Optikergeschäft im Jahr 2009 eröffnet.

Sicher, ich wollte tolle Brillen verkaufen. Ich war jung, frisch Augenoptikermeisterin, berufstätige Mutter und voller innerer Bilder davon, wie Optik auch anders gelebt werden könnte. In vielen Geschäften hatte ich erlebt, wie schnell, wie distanziert und wie technisch Sehen oft behandelt wird. Doch ich wollte näher sein. Ich wollte Menschen begegnen, um zu verstehen, was Sehen für sie in ihrem Leben bedeutet, in ihrem Alltag, in ihrem Inneren. Mein Geschäft war von Anfang an anders. Es war weder besonders sichtbar noch besonders laut, nicht technisch dominiert und nicht auf Tempo ausgelegt. Menschen blieben. Sie setzten sich, atmeten aus und begannen zu erzählen, oft ohne es zu planen. Ich hörte zu und merkte mit der Zeit, dass hier etwas geschah, das sich nicht messen, nicht beziffern und nicht standardisieren ließ. Etwas, das Raum und eine Art Heimkommen brachte.

Das Ungesehene im Funktionieren

Trotz dieser sanften Ausrichtung meines Tuns verhielt auch ich mich lange wie ein gut geöltes Teil im System. Ich funktionierte zuverlässig, präzise und angepasst. Ich übersah dabei, dass mich dieses Funktionieren langsam verformte in ein Ungleichgewicht. Es schleicht sich ein. Es legt sich über den Alltag wie eine zweite Haut, die irgendwann enger wird und oft auch krank und unglücklich macht. Ich war nicht krank. Ich war nicht verloren. Aber ich war auch nicht mehr ganz bei mir. Während ich Menschen half, klarer zu sehen, schaute ich selbst an mir vorbei. Und dieses Vorbeischauen hinterlässt schier höfliche Spuren, ohne Drama. Ungleichgewicht schreit nicht, es wartet geduldig, bis es eines Tages eine Frage stellt, die sich nicht mehr überhören lässt: Was nützt Klarheit im Außen, wenn im Inneren etwas ungeordnet bleibt?

Die Bewegung zurück zur Stimmigkeit

Veränderung kam nicht als Entscheidung sondern sie kam als Schwere und Müdigkeit des Alten. Das leise Wissen, dass weiteres Funktionieren, mich weiter von mir wegführen würde, wurde immer lauter und ich hörte auf, mich zu optimieren, und begann, mich zu suchen. Fing an Schritt für Schritt mich wieder zu bewohnen, vorsichtig, ohne Plan, ohne Ziel aber im Vertrauen auf dem Weg mich wieder zu finden. Nicht alles auf einmal. Sondern in kleinen Bewegungen. In ehrlichen Fragen. In Begegnungen, die mich zurückholten zu mir selbst. Und dabei verstand ich etwas Entscheidendes: Sehen ist kein Vorgang. Sehen ist ein Beziehungsraum zwischen mir und mir, zwischen mir und dem Menschen, zwischen dem Sichtbaren und dem, was lange gesehen werden wollte.

Willkommen bei Pagliara+

Aus dieser Bewegung ist Pagliara+ entstanden. Nicht als Idee, nicht als Strategie, sondern als natürliche Folge eines inneren Weges. Wer diesen Raum meinen Laden betritt, spürt oft schon im ersten Moment, dass es hier nicht primär nur um eine Brille geht. Es geht um Ankommen. Um ein kurzes Innehalten. Um das leise Gefühl, gesehen zu werden und herzlich willkommen zu sein.
Begegnung steht bei uns an erster Stelle. Still, nicht aufdringlich, aber spürbar, lebendig und prägend. Viele Menschen kommen mit dem Wunsch nach besserem Sehen und gehen mit dem Gefühl, sich selbst ein Stück näher gekommen zu sein.

Die Brille als Ergebnis einer Begegnung

Wir verstehen die Brille das Ergebnis einer gelungenen Begegnung, egal ob klar, schlicht oder individuell. Eine Brille trägt die Haltung, Präsenz und eine Entscheidung seines Trägers, wie er ist und wie er gesehen werden möchte.

So entsteht im Zusammenspiel von feiner Wahrnehmung und handwerklicher Präzision etwas, das nicht erklärt werden muss. Etwas, das nicht überzeugen will. Etwas, das einfach stimmt.

Unsere Haltung, unser Warum

Bei Pagliara+ geht es nicht nur um Brillen. Wir machen Sehen zu einem Erlebnis, das verbindet, berührt und erinnert. Wir gestalten Räume rund ums Sehen, in denen Handwerk, Stil und Persönlichkeit ineinanderfließen. Nicht, um zu beeindrucken. Sondern um ehrlich zu sein.

Unsere drei Wirkungsfelder

Boutique

Die Boutique ist ein Ort der Begegnung. Hier darf ein Mensch sichtbar werden mit seiner Präsenz, seinem Stil und seinem Wesen. Form und Farbe sind kein Zufall, sondern Antwort auf das, was gesehen werden möchte.

Systemische Arbeit

Manche Unschärfen liegen nicht im Auge. Systemisch zu arbeiten heißt, den Menschen in seinem Zusammenhang zu sehen. Oft ordnet sich etwas, einfach weil es endlich gesehen werden darf.

Werkstatt

Die Werkstatt ist bewusst sichtbar. Weil Echtes Zeit braucht. Weil Präzision ein stiller Akt ist. Und weil innere Klarheit immer einen äußeren Ausdruck sucht.

Eine neue Dimension des Sehens

Pagliara+ eröffnet eine neue Dimension des Sehens. Brillen sind für uns symbolische Tore. Sie schenken Klarheit, schaffen Erlebnisse und verbinden Stil, Persönlichkeit und Emotionen zu etwas Ganzem.
Brauchen wir Begegnungen, um wirklich klar zu sehen?
Ich glaube: Ja.

Pamela Pagliara

Pamela Pagliara

Inhaberin & Optikerin